Neues aus Buechnerland

27.1.2012

Wo sonst? Die Büchners in der Volkshochschule

Die Büchners oder Der Wunsch, die Welt zu verändern

Herzliche Einladung zu einem sechsteiligen Kurs der Volkshochschule Darmstadt-Dieburg in Zusammenarbeit mit dem Evangelischen Dekanat Darmstadt-Land.

Peter Brunner: Die Familie Büchner in Südhessen (29. 2. - 23. 5. 2012)

2012 jährt sich Georg Büchners Todestag zum 175., 2013 sein Geburtstag zum 200. Mal. Anlass genug, einen ausführlichen Blick auf seine Biografie und die seiner berühmten Familie zu werfen: alle Büchner-Geschwister hatten eine aufklärerische Geisteshaltung, ihr großes gemeinsames Anliegen war die Veränderung der Gesellschaft, Gleichberechtigung ohne Ansehen von Geschlecht oder Herkunft, und ihr Weg dorthin war die Volksbildung. An sechs Abenden werden sie auf kurzweilige Art vorgestellt. Auf Wunsch der Teilnehmer/innen sind ergänzende Besuche in Darmstadt, Goddelau und Pfungstadt möglich.

Hier ist eine detailliertere Beschreibung des Kurses zum Download

und

hier die Anmelde-Site der VHS Darmstadt-Dieburg

16.1.2012

Flammentod im Grafenhaus?

Abgelegt unter: Villa, Zeitgenössisches, Geschichte, Vortrag, Veranstaltung, Lesung — admin @ 11:12

 

Am 14. Juni 1847 wurde in Darmstadt die Gräfin von Görlitz unter höchst mysteriösen Umständen tot aufgefunden. Ohne ausführliche Untersuchung, auch ohne Obduktion, wurde die Leiche bestattet, ein Unfall unterstellt. Vom 11. März bis zum 11. April 1850, also fast drei Jahre später, kam es zu einem aufsehenderregenden Indizienprozeß. Nach über 150 Jahren hat sich die promovierte Archäologin, Wissenschaftsjournalistin, Wissenschaftliche Dokumentarin und Autobiografikerin Aide Rehbaum der Geschichte angenommen und in einem kleinen Band dokumentiert.

Mit dem Darmstädter Giftmordprozeß kam es zu einem der ersten Indizienprozesse überhaupt, nachdem die 1848er-Revolution die mittelalterlichen Inquisitionsprozesse endlich beseitigt hatten. Eine Vielzahl von prominenten Darmstädtern wie Merck, Liebig, Kekulé und Harres traten dabei auf, und die Weltpresse berichtete.

Hier habe ich das Buch besprochen.

Der Pfungstädter Heimatverein hat Frau Rehbaum eingeladen, ihr Buch und die spannende Geschichte des Prozesses vorzustellen.
Wir freuen uns sehr, wenn Sie am 20.1. um 19 Uhr in die Villa Büchner kommen (und/oder diese Einladung verbreiten), der Eintritt ist frei!

7.11.2011

„Wie der hessische Löwe auf das linke Ufer des Rheins gelangte.“

Abgelegt unter: Zeitgenössisches, Geschichte, in eigener Sache, Vortrag, Veranstaltung — admin @ 15:13

In Zwingenberg konnte man kürzlich von Dr. Emrich lernen, welche Löwen heraldisch wann und warum in welche Wappen gerieten, und in der Folge erläutert er am 25. 11. dessen Sprung über den Rhein. Das Thema, das gewählt wurde, um an die Jubiläen zur Erweiterung Hessens vor 200 Jahren zu erinnern, ist in unserem Zusammenhang von besonderem Interesse: das entstandene Großherzogtum von Hessen und bei Rhein ist das Staatsgebiet, in dem die Büchners den größten Teil ihres Lebens verbrachten.

Darüber hinaus soll nicht verschwiegen werden, dass der Autor dieser Zeilen sich selbst noch immer auch als „Rheinhessen” begreift: ich wurde dort geboren und habe die ersten Jahre meines Lebens in Badenheim und Wöllstein verbracht. Dies war einer der Gründe für mich, schon vor einiger Zeit auf Isaak Maus und sein „Ein überrheiner Bauersmann an seinen Kurfürsten zu München im Bayerland” aufmerksam zu machen; in Kürze stelle ich auch das „Lied der freien Wöllsteiner” aus der „Franzosenzeit” hier ein.

 

 

Der Förderkreis Kunst und Kultur

 

Zwingenberg e.V. lädt ein:

 

 

 

 

Vortrag:

 

„Wie der hessische Löwe

 

auf das linke Ufer des

 

Rheins gelangte.“

 

 200 Jahre Rheinhessen 

 

 

 

Referent: Dr. Dieter Emrich,

(Bensheim) 

 

 

 

Zwingenberg

 

Freitag, 25.11., 19:30 Uhr,

 

Saal Altes Amtsgericht

 

 

Gäste sind herzlich willkommen

 

 

Veranstalter: Förderkreis für Kunst und Kultur Zwingenberg e.V.

Bürgermeister a.D. Dieter Kullak (Vorsitzender)

 

 

Auf Einladung des Vereins Förderkreises Kunst und Kultur Zwingenberg e.V. hält Dr. Dieter Emrich am 25.11.2011, 19.30 Uhr, im Saal des Alten Amtsgerichts in Zwingenberg einen Lichtbildervortrag über die Entstehung hessischer Territorien links des Rheins. Es wird davon die Rede sein, was Hessen mit Straßburg und Pirmasens verband und weshalb sich der vom Franzosenkaiser Napoleon I zum Großherzog Ludwig von Hessen-Darmstadt ernannte, zunächst gegen eine linksrheinische Erweiterung seines Territoriums vehement sträubte.

Zugleich soll auch auf unserer Seite des Rheins der Bildung der Provinz Rheinhessen vor bald 200 Jahren betrachtet werden. Von Ursachen und Umständen dieses Gebietserwerbs des Großherzogtums Hessen-Darmstadt soll die Rede sein. Bis 2016 werden in Rheinhessen in regelmäßigen Abständen Kolloquien stattfinden, welche die unterschiedlichsten Aspekte rheinhessischer Geschichte ansprechen. Auftakt ist eine Veranstaltung im November 2011 in Alzey, gemeinsam durchgeführt vom Alzeyer Verein für Geschichte und Kunst, dem Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e.V. und der Arbeitsgemeinschaft Rheinhessische Heimatforscher e.V. Die geplante umfassende Rückschau beweist die landsmannschaftliche Identität der uns benachbarten rheinhessischen Bevölkerung auch noch heute, bald 70 Jahre nach der Abtrennung dieser Region von Hessen durch die BesatzungsmächteRheinhessen ist z. B. heute noch eine Propstei der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN). Rheinhessen ist ein profiliertes Weinanbaugebiet und wird touristisch eigens beworben.

Zu Hessen kam diese Provinz aufgrund langwieriger Verhandlungen über die territoriale Neuordnung Europas auf dem Wiener Kongress nach den Niederlagen Napoleons erst in der Völkerschlacht bei Leipzig und dann bei Waterloo.

Der noch junge Verein Förderkreis Kunst und Kultur Zwingenberg lädt alle Interessierte sehr herzlich ein. Der Eintritt ist frei.

 

28.9.2011

Musik und Literatur aus Wien zum Kaffee in der Villa Büchner

Abgelegt unter: Villa, Geschichte, Texte, Vortrag, Lesung — admin @ 10:08

Die Wetten stehen hoch, ob und in welchen Zusammenhang ich es schaffen werde, eine Verbindung zu den Büchners zu schildern …

Der österreichisches Außenminister soll auf die Nachricht von der russischen Revolution gesagt haben” „Woas - in Russland revoltiern´s? Am End´ der Herr Bronstein aus `m Cafe Central?” Leo Trotzki, der in Wien unter seinem bürgerlichen Namen lebte, war gerade in St. Petersburg angekommen …

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Die Herren Uljanow (Lenin) und Bronstein (Trotzki) 1917 in St. Petersburg

Auf die Spur dieser Geschichte, der  Unverschämtheiten von Karl Kraus, der Aperçus von  Peter Altenberg, der Lebensweisheit von Anton Kuh und noch ein paar anderer Wiener Kaffehausliteraten machen wir uns Ende Oktober.

Nach der höchst erfolgreichen literarisch-musikalischen Revue aus dem Berlin zwischen 1880 und 1933  bietet der Salon der Villa Büchner die wunderbare Kulisse für Musik und Texte aus Wien.

8.9.2011

Christian Wirmer erzählt Lenz als einen neuen Text

Abgelegt unter: Georg Büchner, Rezension, Vortrag, Veranstaltung, Lesung — admin @ 09:53

Kurt Drawerts Darmstädter Lesebühne hatte gestern Abend zu einem Büchner-Abend eingeladen, und an die fünfzig höchst interessierte und aufmerksame Gäste kamen.

 

Im Vordergrund stand Christian Wirmers Interpretation von Büchners Lenz. Ganz frei, wie erzählt, wie gerade erlebt trug er den großartigen Text vor. Das bewies erneut, wie „aus der Zeit” Büchners Texte, die ja eigentlich inhaltlich ganz konkret angesiedelt und zuordenbar sind, dennoch wirken. In allen Wendungen der „Novelle” verzichtet Wirmer darauf, „dem Affen Zucker zu geben”. Weder er als Interpret noch der Text selbst haben es nötig, dass wir mit der Nase auf die richtige „Stelle” gestoßen werden. Lenz´ Sprung in den Brunnen, die Beschwörung am Bett des toten Kindes, der erste und der letzte Satz, alles bleibt im Duktus der Erzählung, und Wirmer füllt den Begriff Erzählung auf, wie es dem Publikum noch nie begegnet war. Da steht ein Mann und spricht, e r z ä h l t , und wir hören einen altbekannten Text plötzlich wie zum ersten Mal.

 

 (Christian Wirmer)

 

Büchners Lenz ist wirklich zum Erzählen geschrieben (neben dem „Landboten” ist es ja auch sein einziger Prosatext), und das führt Christian Wirmer unpathetisch vor. Es gibt ja in der Büchner-Familie die belegte Tradition des Erzählens, Luise Büchner schildert das im „Dichter”, Georg spielt gerne mit erzählenden Figuren, Luise Büchner selbst hat ihre Märchen zuerst Ludwig Büchners Kindern vorgelesen. Vielleicht müssen wir uns ab jetzt den Lenz als eine (wörtlich) E r z ä h l u n g Georg Büchners denken, als einen Text, von einem Dramatiker als Sprechtext geschrieben.

 

Der Verdienst, diesen wichtigen Gedanken angeregt zu haben, gehört Christian Wirmer. Nach über einer Stunde konzentriertester Aufmerksamkeit lobte das Publikum mit anhaltendem Beifall.

 

 

(Drawert, Breckner, Apelt, Benz)

 

Drawert hatte den ehemaligen Darmstädter OB Peter Benz, den Darmstädter Schauspieldirektor Martin Apelt und den Feuilletonchef des Darmstädter ECHO, Johannes Breckner, gebeten, im zweiten Teil der überlangen Veranstaltung Anmerkungen zur Aktualität Büchners zu machen. Dies geschah in der erwartbaren Art und Weise. Am bemerkenswertesten daraus vielleicht Breckners Bemerkung, vor den bevorstehenden Büchneriana der beiden Jubiläumsjahre müsse man keine Bange haben - „Büchner hält das aus”.

 

 

 

 

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